Nachbeben

Chile zwischen Pinochet und Zukunft

Veranstaltung mit Boris Schöppner, 21. April 2010, 19,30 Uhr

„Bahnhof Langendreer“,
Wallbaumweg 108, Raum 6
Bochum-Langendreer, S-Bahn 1 Halt: Bochum-Langendreer
(NICHT: Langendreer-West!)

www.bahnhof-langendreer.de

„Nachbeben“ – so lautet der Titel des Reportagenbands des Journalisten Boris Schöppner über die Spuren der Pinochet-Diktatur im heutigen Chile. Einige Tage nach dem furchtbaren Erdbeben zögern wir, diesen Titel für die bereits geplante Veranstaltung zu übernehmen. Doch mehr und mehr wird über Chaos, Militäreinsätze und Schießereien in Chile berichtet. Während drei Tage nach dem Beben viele Menschen nicht versorgt sind, ziehen 10.000 Militärs mit Panzern durch die Straßen v.a. im Süden. „Nachbeben“ als Metapher für soziale Unruhe scheint auch jetzt ein angemessener Begriff zu sein.

In seinem Portrait des Landes geht Schöppner der Frage nach, was aus den Menschen wurde, die sich aktiv gegen die blutige Unterdrückung Pinochets gestellt haben. Unterwegs in der Kupferstadt Calama, den Arbeitervierteln von Santiago oder auf dem Land, im Gespräch mit mit Mapuche, KünstlerInnen und ehemaligen Gefangenen, mit AktivistInnen aus den Poblaciones, Gewerkschaften und Unis, schlägt er so eine Brücke in das gegenwärtige Chile und dokumentiert die aktuellen sozialen Konflikte.

Wir haben den Referenten gebeten, die Veranstaltung, geplant zum Thema Widerstand gegen Pinochet und zur Relevanz dieses Widerstands für heute, mit einem aktuellen Teil zur sozialen Situation nach dem Erdbeben vom 27. Februar zu vervollständigen.

Boris Schöppner lebt und arbeitet als Journalist in Frankfurt/M. „Alle zwei Jahre reise ich in Länder, in denen die Menschen mit ganz anderen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Das hilft, die Relationen der Probleme im Frankfurter Westen besser einschätzen zu können“, beschreibt er seinen Arbeitsansatz. Für Nachbeben bereiste er Chile 2005 und 2006, sein Buch veröffentlicht mehr als 50 Interviews und Reportagen. Zuletzt besuchte Schöppner Chile 2009. Zurzeit arbeitet er gemeinsam mit einem Kameramann des alternativen Fernsehsenders Señal 3 La Victoria an einer Reportage über Chilenen in Deutschland. An diesem Abend wird es auch Informationen und Einschätzungen zum Erdbeben geben.

Eine Veranstaltung mit dem AK Lateinamerika, gefördert von InWEnt (angefragt)